interessantes buch für alle die mit bos arbeiten oder mit bos zu tun haben (mehr Infos) Hinzugefügt von thomas (4.2.2007 3:58 Uhr)
Christus kam nur bis Eboli. Carlo Levi und Helly Hohenemser-Steglich Dtv - Dtv - Dtv - Dtv - 2003-01 - Broschiert
Carlo Levi berichtet in diesem Buch über seine Verbannung in eine entlegene Region Süditaliens. Er wurde ins Exil geschickt, da er gegen die faschistischen Machthaber und deren Abessinienkrieg protestiert hatte. Sein Exilleben in dieser recht verlassenen Gegend - Basilicata - und vor allem die Menschen im Ort und ihr mehr oder weniger christliches Zusammenleben schildert er sehr eindrucksvoll. (mehr Infos) Hinzugefügt von Achim(27.1.2007 14:38 Uhr)
Fast könnte man meinen, dass sich die "westliche Welt" mit ihrer- in einigen Dingen sehr übertriebenen und naiven- Toleranz selbst in ein Aus manövriert hätte, aus dem es kein Zurück mehr gibt. Sieht man auch hierzulande Frauen, die wie Sklavinnen an ihre Männer gekettet werden- und der Staat sieht dabei, mehr oder weniger hilflos, zu, da ja die Religion, welcher Art und und Moralvorstellung auch immer, per Gesetz "geschützt" ist. So ist es auch bezeichnend, dass dieses Buch von einer Frau aus einem islamisch stämmigem Land geschrieben wurde, welche selbst den Terror der mannregierten Religion erlebt hat, wurde sie doch ebenfalls von ihrem Vater zwangsverheiratet und musste vor der Familie flüchten.
Was ist, wenn die "Familie" zu einem albtraumhaftem Zwangssystem wird? Das ist wohl die Hauptfrage, welche sie, indirekt, innerhalb dieses Buches aufgreift. Sie bemüht sich sehr um Sachlichkeit, erwähnt auch hier insbesondere den fast schon kulturellen Hass auf das weibliche Geschlecht.
Doch dient dieses Buch meiner Ansicht nach nicht direkt der "Kulturbekämpfung" des Islams; es versucht, nicht den Islam in der Gesamtheit, sondern lediglich das altbackene Frauenbild herauszugreifen. Letztlich nimmt sich die Autorin also nicht heraus, von einem Mißstand auf die Gesamtheit zu schließen, sondern verweilt sehr präzise bei einem Thema und lässt sich dadurch gewiß keinerlei anti-religiösen Hass gegen den Islam als solchen vorwerfen.
Es ist ein Buch, das man als abendländisch lebender Mensch auf jeden Fall gelesen haben muss, denn es zeigt deutlich, was die oftmals zu schnell geführte Toleranz auch hierzulande für Folgen haben könnte. So sind es nicht Terrororganisationen, die die Welt bedrohen. Es sind auch nicht bösartige Männer, die ihre Frauen unterdrücken, (die gibt es gewiß auch hierzulande). Es ist das fundamentale Ausgehen von der Richtigkeit einer Annahme, die man, zum Wohle der ganzen Menschheit, auf jeden Mitmenschen implizieren "muss"; oder auch, der feste Glaube an objektive Religiösität an sich.
Mit diesem meinem Schlussgedanken bitte ich vielleicht, das Buch zu lesen. Es ist wahrhaft eine Empfehlung wert. (mehr Infos) Hinzugefügt von Luzifer (15.12.2005 12:58 Uhr)